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Herpes ist eine Virusinfektion, die Betroffene – einmal infiziert – lebenslänglich in sich tragen. Doch je besser man seinen Körper und die Herpes-Auslöser kennt, desto leichter lässt sich das ständige Wiederauftreten der unangenehmen Bläschen vermeiden. Das Wissen über die Zusammenhänge schützt – Sie selbst wie auch Ihre Lieben.
Der Herpes-simplex-Virus
Der Lippenherpes, medizinisch Herpes labialis genannt, wird durch den Herpes-simplex-Virus 1 (HSV1) ausgelöst. Meist treten die unangenehmen Bläschen auf den Lippen auf, es können aber auch Gesichtsbereiche betroffen sein. Die zweite Herpes-Form, Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) ist für den Genitalherpes (Herpes genitalis) verantwortlich. Beide Virenarten können sich jedoch auch gegenseitig auslösen.
Einmal ist für immer
Einmal angesteckt bleiben die Herpes-Viren das ganze Leben lang im Körper. Die meisten Betroffenen infizieren sich bereits in der Kindheit, wobei die Erstinfektion oft nicht bemerkt wird. Andere wiederum sind infiziert, aber der Körper bildet nie Bläschen aus. Bei der Erstinfektion dringen die Herpesviren in Nerven ein und setzen sich in Nervenknoten (Ganglien) fest. Bei geschwächtem Immunsystem können sie nun reaktiviert werden. Auslöser sind zum Beispiel eine Erkältung, hormonelles Ungleichgewicht oder auch eine starke Sonnenstrahlung.
Symptome und Übertragung
Nach der Ansteckung dauert es im Durchschnitt drei bis sieben Tage, bis sich die Bläschen zeigen. Während bei der Erstinfektion oft kaum Symptome auftreten, sind diese bei den Reaktivierungen meist deutlich spürbar und sichtbar. Zu Beginn merken die Betroffenen erst ein Spannungsgefühl auf der Haut, zunehmend mit Jucken und Brennen verbunden. Anschließend bilden sich die Bläschen, die wässrig gefüllt und fast immer auch schmerzhaft sind. In der Flüssigkeit befinden sich Herpesviren, die übertragen werden können, wenn die Bläschen platzen und Flüssigkeit austritt. Sie können sowohl andere Gesichtsbereiche anstecken wie auch auf andere Menschen, zum Beispiel beim Küssen. Es dauert ein paar Tage, bis die Bläschen eintrocknen und verkrusten. Nach etwa 14 Tagen sollte die Kruste abgefallen und alles abgeheilt sein.
Schutz und Vorsorge
Ein hundertprozentiger Schutz vor Herpesviren ist nicht möglich. Am wichtigsten ist es, bei bestehenden Herpes-Bläschen eine direkte Übertragung zu verhindern. Betroffene sollten in dieser Zeit vermeiden, ihren Partner oder Kinder zu küssen. Weiterhin sollten sie auf direkten Kontakt mit den Geschlechtsorganen des Partners verzichten, da auch eine Übertragung von den Lippen zum Geschlechtsbereich möglich ist.
Menschen mit einer Herpesinfektion sollten besonders darauf achten, dass
- entzündete Stellen nicht zusätzlich mit anderen Keimen infiziert werden.
- keine Herpesviren über das Blut ins Gehirn gelangen und so eine Herpesentzündung im Gehirn auslösen.
- sie bei starker Abwehrschwäche ärztliche Hilfe einholen.
- sie generell mit den betroffenen Hautstellen sehr hygienisch umgehen.
- keine Übertragung auf Neugeborene stattfindet. Die Viren gelangen bei Babys leichter in die Blutbahnen und können die Infektion so im gesamten Körper verbreiten.