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Wer unter Kopfschmerzen oder Migräne leidet, kann beide Schmerzarten oft nicht genau unterscheiden, zumal sie auch zusammen auftreten können. Dieses Wissen ist jedoch wichtig, um die richtige Behandlung einzuleiten. Auch beim Arztbesuch ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Beschwerden und den typischen Verlauf möglichst detailliert schildern können. Unsere Übersicht hilft, die verschiedenen Kopfschmerzarten leichter zu unterscheiden.
Spannungskopfschmerzen
- Symptome: dumpfe, drückende Schmerzen von leichter bis mittlerer Stärke
- Begleiterscheinungen: treten kaum auf, selten kommen Appetitlosigkeit, Lärm- oder Lichtempfindlichkeit vor
- Kopfbereich: Stirn, Hinterkopf, Scheitel oder der ganze Kopf – meist beidseitig und oft nicht genau zu lokalisieren
- Ursachen: anfangs meist durch Stress oder Wetterwechsel ausgelöst, später jedoch auch ohne Auslöser möglich; eine verspannte Nacken- oder Schultermuskulatur ist vermutlich nicht die Ursache, eher eine Folge
- Dauer: bis zu einem Tag
- Häufigkeit: sporadisch bis täglich
- Veränderungen: keine Verstärkung durch körperliche Bewegung
Migräne
- Symptome: starke Schmerzen – hämmernd, pochend, pulsierend
- Begleiterscheinungen: Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Nackenverspannungen (können auch Vorboten sein)
- Vorboten (Prodromi): starke Müdigkeit, Heißhunger (z. B. Schokolade), Hyperaktivität, Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Nackenverspannungen
- Migräne-Aura: Sehstörungen (Flimmern, Linien, Lichtblitze, Gesichtsfeldausfälle), Kribbeln in den Extremitäten, leichte Sprachstörungen; halten maximal eine Stunde an, danach beginnen die Kopfschmerzen. Migräne kann mit oder ohne Aura auftreten.
- Kopfbereich: meist nur auf einer Seite, häufig vom Nacken aus beginnend
- Ursachen/Auslöser: Stress wie auch Entspannung nach Stress, verschiedene Nahrungsmittel, Hormon- oder Blutzuckerschwankungen, Störungen im Lebensrhythmus (z. B. am Wochenende), Lärm, grelles oder flackerndes Licht, Rauch, extreme Wetter-/Klimaeinflüsse; die Veranlagung kann vererbt sein; sichere Forschungsergebnisse fehlen noch
- Dauer: 4 bis 72 Stunden
- Häufigkeit: bis zu 6 Mal im Monat, nie täglich
- Veränderungen: besser bei Ruhe und Dunkelheit
- Sonstiges: Migräne ist eine chronische Krankheit, die noch nicht ursächlich behandelt werden kann, Stärke und Häufigkeit der Beschwerden lassen sich jedoch oftmals positiv beeinflussen.
Weitere Kopfschmerzarten
- Medikamenten- oder Entzugskopfschmerz – in Folge übermäßiger Schmerzmitteleinnahme oder als Nebenwirkung von Medikamenten
- Cluster-Kopfschmerz – gehäuft auftretende Kopfschmerzattacken, die durch unterschiedliche Faktoren von Alkohol über Gerüche bis hin zu Zitrusfrüchten ausgelöst werden können
- Begleitkopfschmerz – zum Beispiel bei Grippe, Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung, Magen-Darm-Beschwerden, „Kater“ oder Fehlsichtigkeit